Blogstöckchen – 11 Fragen zum Thema nachhaltiges Reisen

Was ist ein Blogstöckchen?

Ein Blogstöckchen ist wie ein Stab beim Staffellauf der von Reiseblogger zu Reiseblogger weitergegeben wird. Dabei stellt ein Blogger dem anderen 11 Fragen, der dieser dann in einem Artikel beantwortet. Heute stellt mir Steven vom Reiseblog Funkloch 11 Fragen zum Thema Nachhaltigkeit auf Reisen.

1. Was genau bedeutet für dich Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit bedeutet für mich die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten und nur so viele Ressourcen zu verbrauchen, wie die Natur auch wieder reproduzieren kann. Also nur so viel aus dem Kreislauf heraus zunehmen oder an Stoffen hinein zugeben dass dieser nicht gestört wird.

2. Wie kann man deiner Meinung nach nachhaltiger reisen?

Ich bin ein großer Fan von Aktivurlaub, sei es eine Pilgerreise oder auch eine Radreise, weil ich gern in der Natur bin. Zudem ist es meiner Ansicht nach mit die nachhaltigste Möglichkeit zu Reisen da man nicht viel mehr braucht als seine eigene Muskelkraft.

Eine weitere Möglichkeiten ist Couchsurfing, Airbnb und Wwoofing. Bei den ersten beiden übernachtet man in der Regel in Privathäusern, also nicht in extra groß angelegten Hotelkomplexen, die oft nicht umweltverträglich sind. Beim Wwoofing arbeitet man für Kost und Logis auf Bauernhöfen mit und man kann nebenbei vielleicht auch noch mehr über Nachhaltigkeit lernen.

3. Wie reist du am liebsten und wie denkt unsere Umwelt darüber?

Couchsurfing_Mailand
Ich habe mehrere Favoriten beim Reisen. Zum einen den Aktivurlaub mit Zelt und Rad. Dabei achte ich beim Camping immer sehr darauf keinen Müll rumliegen zu lassen und unterwegs die Schutzgebiete zu achten. Von daher hoffe ich mal, dass die Natur mir dafür ein Bienchen geben würde. 

Zum anderen Städte-Reisen in denen ich oft Couchsurfing nutze. Denn das schont nicht nur die Umwelt, man kann dabei auch noch tolle Menschen kennen lernen.
Bei den Städtereisen reise ich oft mit dem Flieger an, von daher würde ich eher ein fettes Minus erhalten, dass ich hoffentlich ein klein bisschen ausbügeln kann, da ich Couchsurfing nutze. Wenn es nicht zu weit ist nehme ich auch gerne den Fernbus oder nutze Mitfahrgelegenheit.

4. Wärst du bereit bei Flugbuchungen einen Aufschlag für den CO2-Augleich zu zahlen?

Ja, den Aufschlag zahle ich bei Flugbuchungen, da es mir das wert ist. Ich frage mich aber schon ab und zu ob dieser kleine Betrag wirklich den CO²-Ausstoß kompensiert, oder ob der doch eher für das gute Gewissen nützlich ist.

5. Welche Maßnahmen für den Umweltschutz würdest du auf Reisen für sinnvoll halten?

Im Prinzip die gleichen Dinge wie zu Hause auch. Wenn man sich in der Natur aufhält, so sollte man diese natürlich achten und nicht zerstören, also zum Beispiel sollte man Tiere nicht stören, keinen Müll rumliegen lassen, biologisch abbaubare Seife benutzen beim Camping usw.

Wenn man nicht zeltet, dann finde ich kleine Gasthäuser, Airbnb oder Couchsurfing am besten, da diese nicht extra für den Tourismus gebaut wurden, denn die großen Hotelkomplexe sind in der Regel alles andere als umweltschonend. Darauf würde ich persönlich schon achten. Selber habe ich es zwar noch nicht ausprobiert aber auch einen Häusertausch finde ich sehr gut.

Das Transportmittel macht ebenfalls viel aus in der Energiebilanz einer Reise. Flugzeug ist mit am schädlichsten, wobei ich es aber auch schwer finde ans andere Ende der Welt ohne Flugzeug zu gelangen und die großen Schiffe sind ebenfalls nicht viel besser. Auf kürzeren Strecken kann man sich aber schon überlegen eher den Zug zu nehmen als das Flugzeug oder wenn man mit dem Auto fährt und noch Plätze frei hat Mitfahrer mitzunehmen. 

Generell finde ich die Entwicklung hin zum Teilen ein sehr gute Sache, sei es die Couch, das Auto oder auch das Essen über Foodsharing.

Ein wichtiger Teil des Reisens ist für mich auch das Essen. Ich versuche oft die regionalen Produkte zu essen und ich verzichte weitestgehend auf Fleisch und Fisch.

6. Sagen dir die Begriffe Ökotourismus oder Sanfter Tourismus etwas?

Frosch
Ja. Der sanfte Tourismus ist genau das, was ich oben beschrieben habe. Es bedeutet, dass man die schon vorhandene Infrastruktur nutzt wie zum Beispiel beim Couchsurfing oder auch den öffentlichen Nahverkehr. Es geht im Prinzip darum die Umwelt, und damit auch die Einheimischen, so wenig wie möglich als Reisender zu belasten und den ursprünglichen Zustand einer Region zu erleben. Man könnte es im Prinzip auch so formulieren – willst du ein Reisender sein oder ein Tourist?

Der Ökotourismus ist dem sanften Tourismus recht ähnlich wobei es da eher um die Naturerfahrung geht. Es gibt Regionen, wie zum Beispiel Costa Rica, die sich auf diesen Markt spezialisiert haben.

Vom Ansatz her sind beide Konzepte sehr gut, wobei aber vor allem beim Ökotourismus meines Erachtens nach eine starke Besucherlenkung erforderlich ist. Massen von Touristen verändern nun mal leider einen Ort.

Ich habe aber auch den Eindruck, dass immer mehr Menschen ihre Reiseregion wirklich erleben wollen und der sanfte Tourismus immer mehr praktiziert wird. Das wäre auf jeden Fall wünschenswert.

7. Welche Plattformen, Anbieter, Apps oder sonstiges kennst du, die sich mit dem Thema des nachhaltigen Reisens beschäftigen?

Bei Plattformen würden mir spontan Couchsurfing, Airbnb, WimduWWoofing, Mitfahrgelegenheit und BlaBlaCar einfallen. Sie haben zwar nicht alle unbedingt ihren Schwerpunkt auf´s nachhaltige Reisen, leisten aber dennoch ihren Beitrag dazu. Auch alle Plattformen für Häusertausch würde ich dazu zählen.

8. Günstig reisen und dabei die Umwelt schonen? Passt das zusammen?

Pilgern

Ja auf jeden Fall. Alle Sharing-Plattformen, sei es nun Mitfahrgelegenheit oder auch Airbnb sind günstig und umweltschonend und das trifft auf sehr viele andere Plattformen ebenfalls zu.

Einzig beim Transport und beim Essen kann es etwas teurer werden, wenn man die Umwelt schonen möchte. Der Zug ist zum Beispiel umweltschonender ist als der Bus, doch die Bahn ist in der Regel  auch teurer. Wenn man sich hingegen mit eigener Muskelkraft fortbewegt ist das am günstigsten und am verträglichsten für die Umwelt. Meine Pilgerreise in Spanien war zum Beispiel mit am günstigsten. 

9. Was bevorzugst du? Günstiges Reisen oder etwas für die Umwelt tun und warum?

Ich würde gar nicht sagen, dass man entweder das eine oder das andere machen kann. Oft sind die Dinge die günstiger sind auch besser für die Umwelt, wie zum Beispiel die Unterkunftsarten.

Wenn dies nicht der Fall ist, so versuche ich einen Kompromiss zu finden, indem ich zum Beispiel den CO²-Ausgleich beim fliegen bezahle.

10. Schaust du bei der Buchung von Reisen nur auf den Preis oder auch auf Umweltbelastungen, die durch Reiseveranstalter entstehen?

Als erstes schaue ich schon auf den Preis. Wenn ich dann die Wahl habe zwischen mehreren Möglichkeiten die ungefähr gleich Kosten würde ich immer die umweltschonendere nehmen. Bei mir stellt sich diese Frage aber eigentlich nur beim Transport, da ich alles andere individuell mache.

11. Welche Plattform ist dein Favorit für die Buchung von günstigen Reisen?

 Beim Transport innerhalb Europas ist es auf jeden Fall GoEuro, Easyjet, Mitfahrgelegenheit, BlaBlaCar, MeinFernbus und andere Fernbusunternehmen.

Für die Unterkunft ist es Couchsurfing, Airbnb und Hostelworld.

4 Kommentare für “Blogstöckchen – 11 Fragen zum Thema nachhaltiges Reisen

  1. 4. August 2014 um 11:46

    Liebe Maja,
    vielen Dank für die Beantwortung der Fragen. Schön zu lesen, dass man nachhaltiges, als auch günstiges Reisen kombinieren kann. Aber letztendlich ist es wie überall – je minimalistischer, desto günstiger und desto besser auch für die Umwelt. Von wwoofinternational habe ich schon viel gehört und werde es dieses Jahr auch mal ausprobieren. Welche Erfahrungen hast du damit gemacht? Hast du ggf. sogar schon mal darüber geschrieben?

    Einen tollen Start in die neue Woche,
    Steven

  2. 4. August 2014 um 12:06

    Wwooffing habe ich selber leider auch noch nicht ausprobiert, habe aber schon von Vielen tolle Dinge darüber gehört. In 2 Wochen werde ich das auch mal machen. Es läuft zwar nicht über die Plattform von Wwoffing, ist aber das gleiche Prinzip. Dann kann ich gerne mal einen Artikel drüber schreiben.

  3. 4. August 2014 um 13:27

    Joa, mach das mal. Bin schon ganz gespannt auf deine Erfahrungen! Wo gehts hin?

  4. 4. August 2014 um 13:38

    Gut, dann mach ich das 🙂
    Es geht in eine Kommune im Flaming, die sich weitestgehend aus dem eigenen Garten versorgt.

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